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Führung Judenbruch

Mitte des 19. Jahrhunderts ließ Alexander Packenius, der damalige Burgbesitzer und Bürgermeister der Stadt Wassenberg, durch dieses Wald- und Sumpfgelände einen Weg anlegen. Sein Schwiegersohn, Oskar von Forckenbeck, verwandelte das teils sumpfige Areal in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts mit Hilfe seines Forstmeisters Leonard Wild und später mit dessen Sohn Hubert zu einem Park. Schon Alexander Packenius hatte die Idee, dieses Gebiet zu einem Gesamtkunstwerk Natur umzuwandeln. Sein Schwiegersohn, Oskar von Forckenbeck, ließ Teile des Geländes trockenlegen, errichtete Weiher und legte Wege, Parkbeete und Ruheplätze an. Anfang des 20. Jahrhunderts wurde das Judenbruch in Marienbruch umbenannt. Der Wald wurde nach Maria von Forckenbeck benannt, die die Besitzerin war. Schon zu dieser Zeit war Wassenberg Luftkurort. Von seinen Weltreisen brachte Oskar von Forckenbeck Samen und Setzlinge fremder Gehölze mit und ließ sie säen bzw. pflanzen. Ende des 19. Jahrhunderts verfügte der Park über mehr als 50 verschiedene Baumarten. Davon sind heute noch einige erhalten geblieben. Der Verkauf des Waldes an den Holzhändler Menneken im Jahre 1928 hatte zur Folge, dass dieser auch seltene Bäume fällen ließ.

Walter Bienen

Walter Bienen

Hierauf veranlasste der damalige Bürgermeister Grünweller in 1938 den Kauf des Areals um der Abholzung ein Ende zu setzen. Außerdem sorgte er dafür, dass es mit “Stadtpark” einen neuen Namen erhielt. In einer Versammlung des Verkehrs- und Verschönerungsvereins vom 14.6.1949 erklärte Amtsdirektor Bell, der auch Vorsitzender des Vereins war: „Unser Wald heißt Judenbruch. Heute mehr denn je betrachten wir seinen Namen als verpflichtende Erinnerung an unsere ermordeten jüdischen Wassenberger Mitbürger.“ Seit Jahrzehnten hat der Heimatverein Wassenberg einen großen Teil der seltenen Bäume mit Hinweisschildchen versehen. Die Stadt Wassenberg hat immer wieder Sanierungsmaßnahmen in diesem Park durchgeführt, ein Wald, der seit über hundert Jahren das Aushängeschild der Stadt war und auch heute noch ist. Der Rundgang kann an jeder beliebigen Stelle der beschriebenen Strecke beginnen. Im Bereich der Infotafeln 83 und 84 gibt es nicht barrierefreie Wegeabschnitte (schwarz gepunktet), die aber problemlos auch für Rollstuhlfahrende umfahren werden können. Für den kompletten Rundweg benötigt man ca. 90 Geh-Minuten bei mäßigem Tempo.


Termine

Termine bitte dem Veranstaltungskalender und der Presse entnehmen.

 

TermineTitel der VeranstaltungUhrzeiten
So 26. AprilThemenführung „Von der Sumpf- zur Parklandschaft“ Geschichten zum Judenbruch und Marienhaus mit Walter Bienen ab Naturpark-Tor, Pontorsonallee 16, Anm. 0176 47686020 oder 02432/534913.30 Uhr
So 28. JuniThemenführung m. Walter Bienen ab Roßtor, „3 Jahre und ein Tag“- Ein Wandergeselle kommt in eine mittelalterliche Stadt, Anmeldung: 0176 47686020 oder Tel. 02432/534913.30 Uhr
So 20. Sept.Themenführung „3 Jahre und ein Tag“ Ein Wandergeselle kommt in eine mittelalterliche Stadt mit Walter Bienen, ab Roßtor, Anmeldung: 0176 4768 6020 oder 02432/534913.30 Uhr
So 11. Okt.Themenführung „Von der Sumpf- zur Parklandschaft“ Geschichten zum Judenbruch und Marienhaus mit Walter Bienen ab Naturpark-Tor, Pontorsonallee 16, Anm. 0176 47686020 oder 02432/534913.30 Uhr
So 25. Okt.Themenführung „Wassenberger Panneschöpp, Standorte der ehem. Dachziegelbrennöfen“ bei Tante Lucie, Walter Bienen ab Naturpark-Tor, Pontorsonallee 16, 13.30 Uhr